

Blutegel haben Saugnäpfe mit Mundwerkzeugen. Mit Ihrem Saugnapf, der aus drei Kieferleisten mit je 80 Zähnchen je Kieferleiste besteht, sägen sie sich nahezu schmerzfrei durch das Gewebe.
Ist der Blutegel einmal „angedockt“, saugt er zum einen Blut (ca. 10-50 ml, je nach Größe des Blutegels) und zum anderen injiziert er mit seinem Speichel einen „Wirkstoffcocktail“. Der wohl bekannteste Bestandteil des Speichels ist das Hirudin. Dies bewirkt eine schnelle Gerinnungshemmung des Blutes, eine Hemmung der Thrombenbildung. Daher kommt es nach dem Abfallen der Blutegel zu einem Nachbluten, das bis 20 Stunden andauern kann. Weitere Bestandteile des „Wirkstoffcocktails“ sind die Egline (wirken entzündungshemmend) und die Hyaloronidase. Die Hyaloronidase löst Verbindungen zwischen Fibrinfasern und dem Bindegewebe. Allerdings sind bis heute noch nicht alle Bestandteile des Egelspeichels bekannt. Die Behandlung kann durchaus eine Stunde dauern, zumeist fallen vollgesaugte Blutegel aber bereits nach 30 Minuten ab – aber jedes Blutegel-Tierchen ist anders!